Medien-Echo
“…Leichte Muse auf flotter Fahrt…” mehr!

“…Lust auf mehr…ein voller Erfolg… mehr!

“…witziger und intelligenter als das Original…mehr!

“…total emotional…” mehr!

“…unterhaltsames Feuerwerk… hocherfreutes Publikum…” mehr!

“…Zahrah Leander lässt grüssen …” mehr!

“…Der Teufelsbaßgeiger…” mehr!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 musica varia ensemble:

In einer Stunde um die Welt

buntgemischtes Programm mit 1 Stunde Musik aus aller Welt (inszeniert, auch abendfüllend erweiterbar)
Reutlinger Generalanzeiger

Leichte Muse auf flotter Fahrt

Wie kriegt man zwanzig Musikstücke in einer guten Stunde unter einen Hut? Ganz einfach: Man nehme das "musica varia ensemble", lassesich von ihm zu einer kleinen musikalischen Weltreise begleiten, und schon nimmt die Kurzweil ihren fröhlichen Lauf. Die Musiker flirteten in ihrer Matinée im Spitalhos heftig mit der leichten Muse und servierten ihrem Publikum vom seichten Sentiment bis zur lustig schnaubenden und pfeifenden Westernlok so ziemlich alles, was das Gemüt erheitert und die Lachmuskeln in Bewegung bringt.

Ob mit Strohhut oder ohne — die fünf mit ihren kessen roten Fliegen um den Hals liessen ihre Weltreise locker und lässig angehen und legten ein unterhaltsames Feuerwerk auf die Saiten, das keine Furcht vor Schnulzen kannte und dem Spielspass freie Bahn liess. Toll, wie da gezaubert und mit leicht schrägen Tönen jongliert wurde, wie kleine Pointen untergebracht wurden, wie der Klang mitunter im bunten Clownskostüm daherkam und wie bei aller Lust am Parodieren dennoch herzhaft musiziert wurde.

Flotte Folklore und eine liebevoll altmodisch aufgebauschte Polka von Lanner, Walzer jede Menge von Dvorák bis zum deftigen "Tivoli-Rutsch" von Vater Strauss und bis zu den unentwegt plätschernden "Donauwellen", Ragtimes von Altmeister Scott Joplin, die mit dem gewissen rhytmischen Etwas präsentiert wurden, softige Weisen von Gershwin, Barockes, das mit Geschmack auf die Schippe genommen wurde, rassiger Tango oder sanfte Massage fürs Herz, Erinnerung an die Beatles oder schrille Weisen von der Strasse -—die fünf "Varios" haben alles drauf und sind gewitzt genug, um sich nie zu wiederholen. Der kleine Unterschied in Ton und klanglicher Mimik zeigte oft grosse Wirkung.

Überhaupt: Das Vergnügen an dieser Rundreise wuchs von Station zu Station. Der Meinung war auch das zufriedene, über solch muntere und vielseitige Art der Unterhaltung hocherfreute Publikum.

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 musica varia ensemble:

Die Goldenen 20er Jahre

ein musikalischer Bummel durch das Berlin der 20er Jahre mit Musik von Paul Hindemith, Ernst Krenek bis Kurt Weill, von George Gershwin bis Duke Ellington; Reutlinger Generalanzeiger

Hausmusik auf dem Kanapee

Reise in die "Goldenen Zwanziger" mit dem musica varia ensemble

Die Württembergische Philharmonie Reutlingen hatte anlässlich ihres ersten Matinée-Konzerts der neuen Saison zu einer nostalgischen Hausmusik in den Spitalhof eingeladen. Schon die leicht angestaubte Optik war ein Genuss für sich, der die musikalische Reise in die "Goldenen Zwanziger Jahre" auf seine Weise unterstützte. Das musica varia ensemble — inzwischen ein Garant nicht nur für gehobenen Unterhaltungsmusik — pendelte bei dieser kurzweiligen Reise zwanglos zwischen Jazz, ernster und weniger "wörtlich" zu nehmender Musik hin und her.

Dabei wurde ganz besonders die Wiedergabe von Paul Hindemiths Parodie "Minimax", die in mehrere Häppchen aufgeteilt war, zu einem vollen Publikumserfolg. Das mit dem augenzwinkernden Untertitel "Repertorium für Militärmusik" versehene Stück nutzten die Musiker zur schonungslosen Aufdeckung musikalischer Leichtgewichte. Hindemith nimmt in diesem Werk für Streichquartett — der das Cello unterstützende Kontrabass war eine gelungene Erweiterung in die Tiefe — so ziemlich alle musikalischen Gattungen aufs korn. Der Marsch "Alte Karbonaden" kommt beim musica varia ensemble genau richtig in der Manier einer etwas verstimmten Blaskapelle, die im Fortissimo fast nicht mehr an sich halten kann. Auch ein wiener Walzer ("Löwenzähnchen an Baches Rand") darf natürlich nicht fehlen. Dessen hemmungsloses Sschmalz ist natürlich ein gefundenes Fressen für die fünf Philharmoniker. Doch der Höhepunkt der Persiflage war ohne zweifel das Duett der beiden "Mistfinken", die mit Hilfe künstlichen Flageoletts in den höchsten lagen trilierten. Die beiden Musiker verhalfen den Vögelchen mit gekonnt schrägen Flötentönen zum Fliegen.

Doch auch seriös können’s die Fünf. Ernst Kreneks "Sieben leichte Stücke" geben sie mit viel Engagement und Sensibilität wieder. Die Streicher-miniaturen erhalten dadurch ein unverwechselbar-eigenes Gesicht, das durch den biegsamen und einfühlsamen Klang der Instrumente seine Konturen erhält.

Sein Hauptaugenmerk richtete das musica varia ensemble an diesem Vormittag jedoch auf gehobene Unterhaltungsmusik. Namhafte Komponisten wie George Gershwin oder Cole Porter waren im Programm vertreten. So unterschiedlich wie die Kompositionen waren, so differenzierungsfähig brachten die Ausführenden sie zum Klingen. George Gershwins "Clap Yo Hands" erhielt besonders <vom 1. Geiger< seine unverkennbar rhythmische Note, während bei Charlie Chaplin naturgemäss das Violoncello die Hauptrolle zugewiesen bekam. Der Cellist entlockte seinem Instrument hier wie auch in Duke Ellingtons "Mood Indigo" zurückhaltend-noble Kantilenen.

Wie gut sich die fünf Orchestermusiker in ein Repertoire, das ja sonst nicht auf ihrem Spielplan steht, einfühlen konnten, zeigte die "Blues Serenade" von Frank Signorelli. Ausdrucksstarkes Spiel verhalf dieser Musik der zwanziger Jahre zu farbiger Wirkung. Besonders die große, zur Verfügung stehende Klangpalette ermöglichte eine kurzweilige und nie gleichförmige Interpretation. So überzeugten die vollen und runden Baß-Pizzicati in Georg Gershwins "Do It Again" ebenso wie das gefühlvoll sordiniert vorgetragenen "He Loves And She Loves" vom selben Komponisten.

Das zahlreich erschienene Publikum — darunter viele junge Zuhörer — dankte für die runde Vorstellung mit herzlichem Applaus, der durch eine Zugabe — Cole Porters "Begin The Beguine" belohnt wurde. Auch nach diesem dezenten abschluß mit fabelhaften "Rhythmusgruppe" Günter Fischers hatte mancher noch Lust auf eine Fortsetzung.

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 musica varia ensemble:

Das Reutlinger Streichquintett “musica varia ensemble” hat zwei Compact Discs eingespielt

Schwäbisches Tagblatt

Wer ein Gegengift zur Weihnachts-Besinnlichkeitsmusik aller Schattierungen sucht, ist mit "Tango danzarín" gut beraten. 17 Tangos hat das Reutlinger "musica varia ensemble2 aufgenommen, unterstützt vom Experten Lothar Hensel, der bei zwölf Nummern mitspielt und seinen Ruf als exzellenter Bandoneon-Virtuose bestätigt.

Der argentinische Tango sei "ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann" — so zitiert das informative Booklet Enrique Santos, und naturgemäß herrscht eine melancolico-Grundstimmung. Auf schwarzer Folie aber leuchten scherzando-, sarcastico- und amoroso-Kontraste umso intensiver. Zumal, wenn sich das Quintett aus mit allen klangtechnischen Wassern gewaschenen Instrumentalisten zusammensetzt, sämtlich Streicher der Württembergischen Philharmonie Reutlingen.

Von der knappen Stunde Gesamtspielzeit wird keine Minute langweilig. Überraschend vielfältig sind die formalen Mittel der alten Komponisten-Garde, drei Titel stammen vom Großmeister des Tango Nuevo, Astor Piazzolla, und das mit souveräner Tempo-Lässigkeit agierende Ensemble kostet die klang-sinnlichen Valeurs aus: laszive Portamenti-Schluchzer und -Schleifer, dunkel timbrierte lustvolle Zärtlichkeit, ruppige Zugriffe, Staunenswert perfekt ist die Aufnahmequalität in Surround-Technik; noch bei homogenem Zusammenklang sind die einzelnen Instrumente trennscharf zu identifizieren.

Alle Arrangements, bis auf Piazzollas "Michelangelo 70", den Hensel bearbeitete, stammen von argentinischen Musikern. Mit guten Gründen wurde die CD für den Kritiker-Schallplattenpreis in der Sparte "World Music" nomminiert. Sehr hörenswert, nicht nur zur Weihnachtszeit — im letzten "Taqito militar" (sehr unpreußisch) gibt´s noch eine hübsche Überraschung.

Zwei Fünferbanden trafen 1996 aufeinander; daraus entstand eine weitere CD: musica varia und die Tänzer/innen der avantgardistischen Schweizer Formation LYNX. Die Musik zum Projekt "Quintett-á-Tête" (läuft gerade im Tübinger Sudhaus) enthält 20 sehr unterschiedliche Nummern, abwechslungsreich, aber keineswegs beliebig zusammengestellt.

Einige "Evergreens" sind dabei, von Piazzola, Ellington, Rossini und Cole Porter sind vertreten. Das kürzeste Stück ist mit einer halben Minute der amüsante "Blue Suede Waltz" vom Ensemble <selbst>. Satte siebeneinhalb dauert ein als Lieblingsstück taugliches "Stormy Weather" im Arrangement von Günter Sopper. "Wir machen Musik" ("...da geht Euch der Hut hoch", von Peter Igelhoff selig) hat man noch nie erträglicher gehört; die Fünferbande spielt es intelligenter und witziger als das Original. Auch auf dieser CD ein Tango, nicht von schlechten Eltern: "Youkali", von Kurt Weill.

Die Musiker musizieren facettenreich, technisch perfekt, lebendig, erreichen nicht nur im Andante aus einer Rossini-Sonate (No. 3) die Klangfülle eines kleinen Streichorchesters — uneingeschränkt empfehlenswert.

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 musica varia ensemble:

Reutlinger Generalanzeiger

Überschrift: Total emotional

Aktuelle CD: Das "musica varia ensemble" bittet zum Tango

Es gibt nur einen echten Tango: den aus Argentinien. Alles andere ist europäisch geschönt. Ist nicht mehr das wilde, unberechenbare, aufsässige Tier, sondern die Schmusekatze, die kaum noch weiß, was Leidenschaft bedeutet. Der Tango kommt aus der Subkultur. Er ist Protest. Widerstand. Lebensgefühl derer, die nichts zu erwarten haben. Er ist traurig. Verzweifelt. Stolz. Voller Gier und Sex. Es gibt keinen Tanz, der deutlicher ausdrückt, um was es geht.

Also weg mit dem domestizierten Tanzstunden-Tango und hin zum Ursprung, dem ungebärdigen, triebhaften, kämpferischen und dem hinreißend zärtlichen. Die fünf Mitglieder des Reutlinger "musica varia ensembles" beschäftigen sich seit Jahren mit dem Tango. Das Ergebnis ihrer Arbeit liegt jetzt in einer CD vor, deren Faszination gewaltig ist.

Siebzehn Musikstücke umfaßt sie. Neben Tangos von Großmeistern dieses Tanzes wie Carlos Gardel, Angel Gregorio Villoldo oder — aus neuerer zeit — Astor Piazzolla enthält sie auch einen argentinischen Walzer sowie eine Candombe und zwei Milongas, Vorläufer des Tangos. Die Arrangements hat sich das "musica varia ensemble" fast ausschließlich von argentinischen Musikern schreiben lassen. Sie stehen für authentizität. Etwa ein Drittel der Stücke spielt das "musica varia ensemble" als reines Streichquintett. Das ist ungewöhnlich, aber vom klanglichen Ergebnis her eine Wucht. Der Klang ist voll, geschliffen und farbig und er hat einen rhythmischen Motor im Keller, wie man es vom Jazz her gewohnt ist. Bei den anderen Nummern mischt das typische Tango-Instrument Bandoneon mit, das von dem Berliner Lothar Hensel brillant und mit jener gespannten Lässigkeit gespielt wird, die Gefühle schürt und tanzen läßt.

Die CD mit dem Titel "Tango danzarín" enthält in der Art einer Retrospektive eine Mischung verschiedener Formen und Sinnhaftigkeit des tangos immer wieder von neuem. Das Faszinierende aber ist, wie sich das "musica varia ensemble" stilistisch auf den argentinischen Tango und seine ganz anderen Spielweisen eingestellt hat. Da mußte alles philharmonische Wissen gekippt werden — kein Frack und keine "klassische" Ordnung, sondern heftiges Rubato, ein Pendeln von Extrem zu Extrem, ein ruppiger, agressiver Ansatz, schmelzende Süße und brutale kraft, perkussive Elemente, ein freier Gestus, der übers metrum hinweggeht, und ein Musizieren mehr aus dem Bauch als aus dem Kopf heraus, damit die Sache schwingt und lebt.

Stilistisch ist diese CD ein Volltreffer. Vibrierend, sinnlicher, härter und lockender im Klang kann man Tango derzeit nicht hören. Der Aufruhr dieses Tanzes brennt in den Ohren. Auch technisch ist diese Aufnahme, die in der Johanneskirche in Mössingen-Bästenhardt entstand, ein Leckerbissen. Wer die Surround-Matrizierung nicht nutzen kann, erlebt auch auf einer normalen Stereo-Anlage höchste Klangqualität. "Tango danzarín" wird europaweit über den Fachhandel angeboten. Risiken und Nebenwirkungen bestehen allerdings: Man kann durch diese Scheibe süchtig werden. Tangosüchtig.

Tango danzarín “Scene Stuttgart”

Überschrift: Tango - Fieber
Tango danzarín
Musik: sehr gut

Klang: sehr gut

Eine der erstaunlichsten Entdeckungen angesichts der derzeitigen Tango-Flut ist die Variationsbreite der möglichen Besetzungen. Die hier eingespielten Tangos entfalten ihren Reiz nicht zuletzt durch die weitgehende Parität zwischen Streichquintett und <Lothar> Hensels Bandoneon. Ob dialogisierend oder unisono, die beteiligten Musiker demonstrieren, daß man auch ohne einen Tropfen argentinischen Blutes die Seele des Tangos aufspüren kann. Im Gegensatz zu Stars wie Gidon Kremer oder jüngst Yo-Yo Ma, findet sich hier bei der Streichersoli kein Virtuosen-Ton. Statt dessen beschwört das "musica varia ensemble" den exaltierten Kaffeehaus-Sound mit viel Vibrato und schrammeligem Schmelz — authentisch! Und Hensels Bandoneon-Kunst ist untadelig.

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Night And Day - Tag und Nacht" (Reutlinger Generalanzeiger)

Musik zwischen zwei Dämmerungen, deutscher und amerikanischer Swing der 30er und 40er Jahre

"Der Wind hat mir ein Lied erzählt"

Hochkarätige Unterhaltungsmusik mit dem “musica varia ensemble”

Wenn wie beim musica varia ensemble der selbstgewählte Name Programm ist, dann darf man von fünf "klassischen" Streichern natürlich auch Niveauvolles abseits der ausgetretenen Pfade erwarten. Daß sich <die Musiker< nicht mit dem üblichen Repertoire von Bach bis Brahms zufrieden geben, ist ja aus so manchem Konzert in Reutlingen bekannt, doch dieses Mal, bei ihrem Konzert im "Treffpunkt für Ältere" der Reutlinger Gustav-Werner-Stiftung, widmeten sich die musikalischen Schatzsucher nicht kleinen Kostbarkeiten in Repertoire-Nischen der E-Musik, sondern ausschließlich Jazz, Swing und Tonfilmschlagern.

Eine glückliche Hand bei der Werkauswahl und ein untrügliches Gespür für das "richtige" Arrangement bildeten die sichere Grundlage für ein Konzert, das deutsche und amerikanische Musik aus den Dreißigern einander gegenüberstellte. Doch gehören zum Gelingen eines solchen nicht gerade alltäglichen Projekts auch entsprechende musikalische Fähigkeiten. Die sind bei den fünf Philharmonikern allerdings in so reichem Maße vorhanden, daß auch nach knapp zweistündigem Programm noch neue Klangfarben und Ausdrucksformen eingebracht werden können.

Natürlich macht in Titeln wie "Ein Freund, ein guter Freund", "Kann denn Liebe Sünde sein" oder "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn" der Ton — insbesondere der Geigenton — die Musik., doch erst die rhythmische und dynamische Durchgestaltung verwandelt diese Evergreens in Ohrwürmer mit Format und musikalischer Tiefenwirkung. Beim musica varia ensemble ist beides gleichermaßen in guten Händen: Zum einen ist allen voran <der 1. Geiger< ein mit breiten klanglichen Möglichkeiten gestaltender Primarius einer durch und durch mit dem richtigen "Sound" auftrumpfenden Fromation. Zum andern hat man es hier mit einem auch sonst hellwach zur Sache gehenden Streichquintett zu tun. Lebendigkeit und artikulatorische Vielfalt ist allemal ein Markenzeichen der fünf Musiker.

Tangos (zum Beispiel Jakob Gades "Jalousie") erhalten beim musica varia ensemble scharfe Ecken und Kanten. Habanera-Rhythmen erfahren eine federnde Umsetzung und Marsch-Anklänge werden in schwungvoller und nie behäbiger Weise aufgegriffen. Gerade auch Rhythmus- und Tempowechsel innerhalb einzelner Stücke unterstreichen die hohe Reaktionsfreudigkeit dieses Ensembles.

Neben wunderbar detailliert ausgespielten Begleitstrukturen sind auch die soistischen Einlagen der fünf Streicher immer eine Erwähnung wert: Ob es sich nun um ein bißfestes Bratschensolo im "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt", humoristische Einlagen von Cello und Baß oder einige locker vom Bogen gehende, Helmut Zacharias alle Ehre machende und von der zweiten Geige nachhaltig unterstützte Soli der ersten Violine handelte — mit prägnantem Musizieren war das musica varia ensemble an diesem Abend stets auf der sicheren Seite.

Eine besonders gute Figur machten die Ausführenden auch gerade in den jazzig angehauchten Kompositionen und den Ausschnitten aus Musicals. Mal sostenuto und geschmeidig ("Begin The Beguine"), mal kernig — aufgerauht fand von Blues bis Swing jedes Stück eine charackteristische Umsetzung. Ein Extralob verdient ganz sicher das <Programm<Titelstück des Abends, das "Night And Day" von Cole Porter, das von einem perfekt die Fäden in der Hand haltenden <1. Geiger< und einer belebenden Rhythmusgruppe um Günter Fischer getragen wurde. Bei soviel Prägnanz und Vielfalt ist wohl schon jetzt Vorfreude auf das nächste Projekt des musica varia ensembles erlaubt.

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CD: "Der Wind hat mir ein Lied erzählt" (Reutlinger Generalanzeiger)

Zarah Leander läßt grüßen

Filmmusiken von 1930 bis 1942 mit "musica varia" auf einer CD

Sie spielen so ziemlich alles. Von Klassik bis Caféhaus und Avantgarde. Mischen das "U" und das "E" in der Musik völlig unbefangen, wenn nur die Qualität stimmt. Seit fünf Jahren sind die Mitglieder des musica varia ensembles beisammen, die allesamt aus der Württembergischen Philharmonie kommen. Zwanzig verschiedenen Programme haben sie in ihrem Repertoire. Gäbe es diese einfallsreiche und wandlungsfähige Gruppe nicht — unser Musikleben wäre um einiges fader.

Jetzt hat das Ensemble im Reutlinger Spitalhof seine erste CD vorgestellt: "Filmmusiken von 1930 bis 1942" mit Zarah —Leander-Titeln "Der Wind hat mir ein Lied erzählt", Gesangs- und Instrumentalstücke — Schlager wohl die meisten — aus einer belasteten Zeit, was den Interpreten bewußt ist. Sie gehen auf Distanz zu den Mitläufern unter den Komponisten, Textern und Interpreten und erklären ihre Sympathie gegenüber jenen, die emigriert sind. Sie bekennen sich zur musikalischen Qualität jener Werke, wohl wissend, daß damit in manchen Köpfen eine schlimme zeitgeistige Schieflage assoziiert werden könnte. Musik läßt sich stets mißbrauchen, auch wenn sie noch so wertvoll ist. Deshalb sollte man diese CD als eine Art Dokumentation nehmen, die mitteilt, was gewesen ist, und dies auf eine unverfängliche und saubere und sehr unterhaltsame Weise tut.

Daß diese CD großes Vergnügen bereitet und durchaus ein Hit werden könnte, steht schon nach den ersten Hörminuten fest. Da werden Erinnerungen wach an Komponisten wie Peter Kreuder, Ralph Benatzky, Michael Jary, Kurt Weill und Ralph Maria Siegel, an Interpreten wie Marlene Dietrich, Zarah Leander, Lielian Harvey, Oskar Karl Weis, Emil Jannings und die Comedian Harmonists, an Regisseure wie Helmut Käutner, Victor Tourjanski, Wilhelm Thiele und Joseph von Sternberg und viele andere.

Da sind die alten Titel wie "Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da", "Wir machen Musik", "Ich bin von Kopf bis Fuß auf liebe eingestellt", "Ich bin die fesche Lola", "Ein Freund ein guter Freund", "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern" oder "Kann denn Liebe Sünde sein" — alles in allem 18 Nummern von harmlos flott bis leicht verrucht.

Der harte Kern des musica varia ensembles hat sich hübsche Arrangements für die Streichquintett-Besetzung schreiben lassen, die viel Charme und Pfiff haben. Für das nostalgische Tüpfelchen auf dem i steht Udo Scheuerpflug, der mit seinem lyrischen Tenor die richtige Mixtur aus Wohllaut, Schmelz und Amüsement mitbringt. Wo Zarah Leander aus tiefem Keller deklamierte "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn", da singt er — wie im Sitalhof auch live zu hörenwar — weich und elegant und mit jenem lässigen Respekt vor der Kollegin von vorgestern, in dem sich die diskrete Art Ironie auszudrücken beliebt. Das hat Stil und macht Spaß.

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 musica varia ensemble:

Kritik zum Programm: "Bottesini der Paganini des Kontrabaß"
Mit dem Solisten Prof. Michinori Bunya
Zeitung: Schwäbisches Tagblatt, Tübingen 26. 6. 1998

Der Teufelsbaßgeiger

Michinori Bunya und das musica varia ensemble im Sudhaus

Der Kontrabaß. Man denkt an ein luftig-duftiges Bühnensolo aus der Feder des Parfümierers Patrick Süßkind; andererseits an einen total von der Zarge gekommenen Berufsmusikanten, der ausgerechnet in Israel mit "Adolf Hitler" unterschreiben mußte. Aber sonst? An Heldenfiguren im Rampenlicht denkt man kaum. Sie stehen in der zweiten Reihe. Überhaupt, sie stehen. Das sagt doch schon alles.

Daß ihr Orchesterjob nicht nur im tumben Schrum-schrum besteht, mag sich inzwischen herumgesprochen haben. Doch wahre Virtuosen an der Baßgeige hat es selten, kann es – bei der schlechten Versorgungslage an profunder Notenliteratur – auch selten nur geben. Gewiß, ein paar komponierende Zeitgenossen haben das voluminöse Instrument für ihre Zwecke entdeckt und eingesetzt. Aber sonst? Ein Randgeschehen mit dicken Abstrichen.

Doch da tritt Michinori Bunya auf den Plan. Der in Würzburg lehrende Japaner ist nicht nur ein frappanter Meister(er) seines sperrigen Arbeitsgeräts, wovon sich am Mittwoch abend im Sudhaus <die> Zuhörer überzeugen konnten. Er ist zudem auch ein ausgesprochen rühriger Aufspürer verborgener oder verschollener Notenschätze. Zum Beispiel in Parma: Dort trieb Bunya einzigartige Partituren des Kontrabaß-Artisten Giovanni Bottesini auf, die er dann unter strengsten Auflagen und Polizeischutz an die Wand projezierte und kopierte. Und musizieren lassen sich die gefundenen Kleinodien auch noch trefflich. Von Bunya himself.

Bottesini, Verdis "Aida" –Dirigent, muß auf seinem Leib- und Mageninstrument ein wahrer Hexenmeister gewesen sein. Ein Teufelsbaßgeiger. Und somit "Der Paganini des Kontrabasses", wie ihn das Sudhaus-Konzert vollmundig annonciert. Drei seiner Salonkabinettstücke gaben Bunya und das ihn begleitende musica varia ensemble (lauter Profimusiker der Württembergischen Philharmonie) zum besten: Eine in süffiger Cellolage logierende "Melodie", ein spritziges "Capriccio di bravura", das aber ein bißchen ins Nudeln kam, und als fulminanter Schlußstrich das großartige "Allegro di Concerto alla Mendelssohn", mit dem der Virtuose und der fünfköpfige Orchesterersatz den sicher noch etwas substanzielleren deutschen Komponisten gehörig auf den bogenführenden Arm nehmen.

Bottesini schrieb sein Meisterstück unmittelbar auf Mendelssohns e-moll Violinkonzert – das hört man. Und man hört es baß erstaunt. Wie Bunya noch einmal vor der großen Arpeggienserie durchschnauft, wie er darauf scheinbar mühelos und schwerelos das irrwitzige Werk schultert.

Bottesini, Bunya und das musica varia ensemble gibt´s <auch> auf CD. Und die fünf eingespielten Varia-Streicher bestritten außerdem das Programm mit Mozarts "Adagio und Fuge KV 546", mit Rossinis klassisch eingehauchter erster "Sonata a quattro", mit Dvoraks Trio Op. 121 und vor allem mit dessen umgemodelten Klavierwalzern Op. 54. Dvorak selbst und später Jiri Hudec hatten sie für Streicher umgeschrieben – es bekommt ihnen gut.

 

Kritik zum Programm: "Bottesini der Paganini des Kontrabaß"
Bzw.: "Tiefe in der Musik"
Mit dem Solisten Prof. Michinori Bunya
Zeitung: Oberhessische Presse, Marburg-Biedenkopf 6. 6. 2001

Ein Edelstein zum Abschluss:
"Schwarzer Opal" in Dautphe
Eckelshausener Musiktage enden in der Martinskirche mit "Tiefe in der Musik"

Streichinstrumente demonstrierten "Tiefe in der Musik": Unter diesem Motto endeten am Pfingstmontag die 15. Eckelshausener Musiktage in der Martinskirche in Dautphe. Mit dem Streichquintett "musica varia ensemble" und dem hervorragenden Kontrabassisten Michinori Bunya gelang den Veranstaltern in der fast ausverkauften Martinskirche noch einmal ein glanzvoller Höhepunkt. Schon die Besetzung dieses Streichquintetts ist ungewöhnlich. Neben zwei Violinen, Viola und Violoncello ergänzt ein Kontrabass das Ensemble.

Die Bandbreite am Montagabend reichte von Bearbeitungen (von M. Bunya) über Originalkompositionen bis zu einem speziell für dieses Streichquintett im vergangenen Jahr komponierten Werk von Claus Kühnl. Während in der Bearbeitung von Bachs "Kunst der Fuge" die Durchsichtigkeit das bestimmende Element war, faszinierte in Kühnls "Schwarzer Opal" das Experimentieren mit Klängen und Tonerzeugung.

Flirren und Flimmern sowie wechselnde Harmonien sollten an das Schillern des Steines erinnern, wie der anwesende Komponist erklärte.

Perfektes Miteinander bestimmte nicht nur bei diesem Werk das beeindruckende Spiel der fünf Musiker. Igor Strawinskys "Tango" setzte genau wie die Werke von Astor Piazzolla an diesem Abend spannende Akzente und durchbrach die Grenze zwischen so genannter U- und E-Musik.

Steigerung erfuhr dieses außergewöhnliche Konzert durch den japanischen Ausnahmemusiker Michinori Bunya.

Nicht nur äußerlich verschmolz er mit seinem Kontrabass zu einer Einheit, wenn er sich um ihn bewegte, auch musikalisch überraschte er mit einer selten zu hörenden Virtuosität.

Seine Finger flitzten über die langen Saiten des Instruments. Fast zärtlich entlockte Bunya dem Instrument ungeahnt hohe Töne.

Erstaunen gab es bei einigen Zuhörern, Faszination bei anderen, nachdem am Ende verschiedene Kompositionen des Romantikers Bottesini für Streichquintett und Solo-Kontrabass erklangen.

Viel Applaus belohnte nicht nur die Musiker, sondern auch die erfolgreichen Organisatoren der Eckelshausener Musiktage.

 

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